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Was du ändern kannst und was nicht (und warum das entlastet)

Autorenbild: Georgia Lepidou
Georgia Lepidou
12. Okt.
2 Min. Lesezeit

Ein Text über unnötigen Druck, falsche Verantwortung und die Frage, warum man sich oft mit Dingen aufhält, die gar nicht in der eigenen Hand liegen.


Winterlandschaft

Es gibt Tage, da hast du das Gefühl, ständig an etwas herumzudenken. An Gespräche, die nicht gut gelaufen sind. An Menschen, die sich anders verhalten könnten. An Situationen, die einfacher wären, wenn andere sich nur ein bisschen bewegen würden. Und während du innerlich sortierst, erklärst, bewertest, suchst, merkst du irgendwann: Das kostet ganz schön viel Energie.


Viele Menschen sind erstaunlich gut darin, Verantwortung zu übernehmen. Für Stimmungen. Für Abläufe. Für das, was zwischen den Zeilen passiert. Oft sogar für Dinge, die sie weder verursacht haben noch beeinflussen können. Einfach, weil sie es gewohnt sind, mitzudenken.


Das Problem ist nicht dieses Mitdenken. Das Problem ist, dass dabei oft etwas durcheinandergerät: Was liegt eigentlich in meiner Verantwortung und was nicht?

Vielleicht kennst du das: Du überlegst, wie du etwas besser formulieren könntest, damit es beim Gegenüber ankommt. Du passt dich an, erklärst dich, gehst innerlich Gespräche noch einmal durch. Und trotzdem ändert sich nichts. Oder zumindest nicht das, was du dir erhofft hast.


An diesem Punkt entsteht häufig Frust. Oder Erschöpfung. Nicht, weil dir etwas egal wäre, sondern weil du dich an etwas abarbeitest, das außerhalb deines Einflusses liegt. Entlastend wird es oft erst dann, wenn du beginnst, zu unterscheiden. Nicht hart, nicht gleichgültig, sondern ehrlich. Was kann ich tatsächlich beeinflussen? Und was nicht?


Nicht alles, was dich beschäftigt, ist automatisch auch deine Aufgabe. Du kannst dein Verhalten ändern. Deine Haltung. Deine Entscheidungen. Du kannst sagen, was dir wichtig ist. Du kannst Grenzen setzen oder Gespräche suchen. Aber du kannst nicht steuern, wie andere reagieren. Nicht, was sie daraus machen. Nicht, ob sie sich verändern.


Das klingt simpel. Und ist im Alltag erstaunlich schwer umzusetzen. Vor allem dann, wenn du Harmonie gewohnt bist. Oder Verantwortung trägst. Oder gelernt hast, lieber selbst einen Schritt zu viel zu gehen, als einen Konflikt zu riskieren.

 

Doch genau hier liegt oft ein großer Hebel für Entlastung. Nicht darin, alles im Griff zu haben, sondern darin, bewusst loszulassen, was nicht deins ist. Nicht aus Trotz, sondern aus Selbstschutz. Vielleicht ist es an der Zeit, dir diese Frage öfter zu stellen: Ist das wirklich etwas, das ich ändern kann? Und wenn die Antwort Nein ist, dir zu erlauben, innerlich einen Schritt zurückzugehen. Nicht alles, was schwierig ist, muss von dir gelöst werden. Manches darf einfach dort bleiben, wo es hingehört, das entlastet.


Und oft fühlt sich genau das leichter an, als man denkt.


Deine Georgia


 
 
 

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